„Das Teltower Land“ in der Stadtbibliothek präsentiert

Geschichten und Geschichte – das beliebte Heimatmagazin liegt jetzt in der aktuellen Ausgabe vor

Das Heimat-Magazin „Das Teltower Land“ ist am 19. Oktober in der Stadtbibliothek Teltow der Öffentlichkeit präsentiert worden. Der Jahrgang 2019/2020 ist 190 Seiten stark und wurde von Heimatforscher Frank-Jürgen Seider im Verlag Buchkontor Teltow herausgegeben. 24 Autoren aus der Region sind in dem Magazin vertreten – die Geschichten betreffen dabei die Orte Berlin, Güterfelde, Klein Glienicke, Kleinmachnow, Lichterfelde/Giesendorf, Lindenbrück, Potsdam, Stahnsdorf, Sputendorf und die Stadt Teltow.

Die rund 50 Gäste wurden in der Stadtbibliothek mit einem Glas Sekt empfangen, Herausgeber Frank-Jürgen Seider und Autorin Gisela Meyer lasen Auszüge aus dem Buch vor. Überraschungsgast war der „Stadtwächter von Guben“, Andreas Peter, der in mittelalterlicher Montur erschien und zahlreiche Anekdoten aus seinem „Berufsleben“ zum Besten gab. Die Rolle der Nachtwächter – auch in Teltow – wird im Buch ebenfalls beleuchtet.

Ohne das Engagement der Verleger Vanessa und Richard Martin vom Buchkontor Teltow wäre der Band wohl kaum möglich gewesen. In ihrem Vorwort zum „Teltower Land“ danken sie aber vor allem all den ehrenamtlich tätigen Heimatforschern und Autoren des Magazins sowie im Besonderen dem Herausgeber Frank-Jürgen Seider. „Nur durch sie kann Vergangenes lebendig bleiben.“

Das „Teltower Land“ bietet durchweg spannende Geschichten, einige ragen hervor, weil sie neue Erkenntnisse und Einblicke in die Geschichte der Region vermitteln. Da sind zum Beispiel die Erinnerungen von Gerti Karow an das Kriegsende in Teltow im Jahr 1945 mit ihrer offenherzigen Schilderung ihres „Teltower Hans“ – eine Liebesgeschichte mitten im Chaos. „Altmeister“ Günter Duwe verortet in seinem Aufsatz den Templerorden nahe der Teltower Altstadt und Bärbel Fest ruft in Erinnerung, dass der legendäre Landrat Stubenrauch für kurze Zeit Berliner Polizeipräsident war.

Neue Einblicke bietet der Band auch in die Zeit der Mauer, so im Kleinmachnower Wolfswerder (Georg Heinze) oder in Klein Glienicke (Gerhard Petzholtz). Mit den persönlichen Erinnerungen der Lichterfelderin Gisela Meyer an den 14. November 1989 rückt die Öffnung der Mauer zwischen Teltow und Lichterfelde ins Licht – im kommenden Jahr ist das bereits 30 Jahre her.

Ein kleines Juwel ist das Interview, das Frank-Jürgen Seider mit dem Stahnsdorfer Künstler Eberhard Trodler geführt hat. Geschichte und Gegenwart der Region werden so verbunden. Engagiert wird zudem ein ganz aktuelles Thema aufgegriffen: der drohende Abriss der historischen Brücke der „Friedhofsbahn“ über den Teltowkanal. Darauf weist nicht nur das Titelbild des Magazins hin, Gerhard Petzholtz und Richard Martin haben „aus traurigem Anlass“ darüber geschrieben. „Wir trauern um ein Wahrzeichen“, so die Autoren und man wünscht ihnen und uns allen, dass ihre Worte bei den Entscheidern der Deutschen Bahn noch rechtzeitig Gehör finden werden.

„Das Teltower Land“ ist ein weites Feld und reicht über die engere Teltower Stadtgeschichte hinaus. Es gibt noch viel zu erforschen und man wünscht dem Magazin, den Autoren und Verlegern weiterhin Kraft und Ausdauer, damit sie das Erbe des 2016 verstorbenen Guido Zenkert weiterführen können. Ohne Unterstützung von vielen Seiten wird das nicht gelingen können. Die liebevoll ausgestattete Präsentation in der Teltower Stadtbibliothek und das große Interesse der zahlreichen Gäste sind aber ein hoffnungsvoller Anfang.

„Das Teltower Land“ ist erhältlich im Buchkontor Teltow, in der Teltower Altstadt, Breite Straße 19 – sowie auch in der Tourist Information Teltow im Neuen Rathaus, Am Marktplatz 1-3.